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Klima & Natur


Zentralasien - der Naturraum

Gerade fünfeinhalb Flugstunden von Frankfurt/Main in Richtung Ost-Südost liegt im Grenzbereich zwischen Europa und Asien eine Region, die geographisch mit dem Begriff Zentralasien beschrieben wird, über viele Jahre auch als Turkestan bekannt. Es ist jener Teil des Kontinents, der in seiner langen Geschichte wiederholt Sammelbecken oder auch nur Durchgangsstation für die verschiedensten Völker, Stämme und Nationen war, die entlang der alten Karawanenstraße - der große  Seidenstraße - von Osten nach Westen oder vom Mittelmeer in das Land der Mitte zogen. Heute, nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr1991, sind es fünf souveräne Republiken, die in der Nachfolge der ehemaligen sozialistischen Sowjetrepubliken stehen: Usbekistan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Kasachstan.

Geographisch wird Zentralasien, das eine Ausdehnung von nahezu 4 Mio. km2 hat (etwa so groß wie Westeuropa). im Osten von den steil aufragenden Bergen des Pamir und seinen Ausläufern begrenzt, im Westen von den salzverkrusteten Ufern des Kaspischen Meeres und im Norden von den endlosen Steppen Sudsibiriens. Alle möglichen Landschaftsformen sind hier in Zentralasien anzutreffen, und sie reichen von vegetationslosen Zonen über fruchtbare, dicht besiedelte Oasen bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln des Hoch-gebirges. Politisch grenzt Zentralasien im Osten an China, im Süden an Afghanistan und den Iran und im Norden an Russland. Die Nordgrenze verläuft von der Wolga-Mündung am Kaspischen Meer über den Ural-Fluss und den Irtysch bis zum Dreiländerpunkt Mongolei-China-Russland und misst etwa 3000km.

Flora und Fauna

Eine Reise durch Zentralasien zeigt, dass nicht nur die bekannten Oasenstädte oder die Großartigen Statten des Islam Beachtung verdienen, sondern auch die faszinierend schonen Landschaftsräume. Neben den ausgedehnten Anbaugebieten - beispielsweise den große  Oasen mit ihren reichen Obst und Gemüseplantagen und endlosen, smaragdgrünen Baumwollfeldern oder dem Süden Turkmenistans mit seinen tiefrot blühenden Mohnfeldern - gibt es noch genügend Naturräume, die den Reisenden mit ihren vielfaltigen Landschaftsbildern und der jeweils charakteristischen Flora und Fauna beeindrucken.

Im Süden Turkmenistans findet man die wildwachsenden heimischen Tulpen, Hyazinthen und Schwertlilien, aber auch die aus Schilf, Sträuchern und Bäumen bestehenden tugai,  die nahezu undurchdringlichen und bis zu 3 km breiten Uferwälder des Amu Darja. Erwähnenswert sind auch die «Wüsten Wälder» der Karakum mit ihren scheinbar abgestorbenen, Strauch ähnlichen Baumen: dem weißen Saxaul mit seinen winzig kleinen, die Wasserverdunstung minimierenden Blattern, sowie der schwarzen Art. die sich selbst auf salzhaltigen Boden zu halten vermag. Eine besondere Überlebensstrategie entwickeln die Sandakazien, die ihr Wurzelwerk in horizontaler Richtung bis zu 30 m ausbreiten: überzeugende Beispiele einer optimalen Anpassung an Umweltbedingungen.

So erfährt der Reisende, dass die Wüste nicht wüst und leer und die Hungersteppe keine Steppe ist und dass es Tiere gibt, die aus energetischen Gründen nicht nur den Winter, sondern auch den Sommer verschlafen und nur im Frühjahr aktiv sind - die Wüsten-schildkröten. Extrem höhe Sommertemperaturen, eine alles auszehrende Dürre und der ständig dahinfegende, erodierende Wüstenwind lassen die weiten Sandflachen tatsachlich leblos erscheinen. Sobald aber die Hitze nachlässt, beginnt die Wüste sich zu regen. Neben mehr als tausend verschiedenen Insektenarten gibt es Nagetiere, vor allem die Sand- und die Wüstenspringmaus, außerdem Eidechsen und Schlangen, darunter die Sandrasselotter und die Sandviper, die giftig sind. sowie die ungiftige kleine Sandboa; darüber hinaus leben in der Wüste unzählige Schildkröten, Füchse, Wolfe und Wüstenwarane - einer des anderen Feind. Und über diesem Meer von Sand kreisen hier und da Vogel und suchen ebenfalls Beute zu machen. Zu ihnen gehören, um nur zwei interessante Arten hervorzuheben, die raffinierten Wüsten Häher, die ihre erbeutete Nahrung (Insekten und Samenkörner) verstecken. um sie bei Bedarf wieder auszugraben, sowie die Kalander Lerchen, die weniger als gute Sanger, sondern vor allem als Stimmimitatoren bekannt sind.

Im Verhältnis zur bescheidenen Wüsten Flora und -fauna konnte die Vegetation und Tierwelt der vom Klima begünstigten Bergregion fast paradiesisch genannt werden. Hier sind sowohl die mitteleuropäischen Tierarten anzutreffen als auch die typisch zentralasiatischen oder indo-tibetischen, etwa Braunbär, Schneeleopard, Kropfgazelle ( d s c h e i r a n ) ,  Wildesel ( k u l a n ) ,  Hermelin und Nutria, Pamir Schaf und Jak sowie, neben Fasan, Schwalbe und Goldamsel, auch Kondor und Aasgeier.

Jeder Besucher Zentralasiens wird die Vielfalt der Landschaftsräume auf seine Art wahrnehmen - bald als eine gottverlassene Region, bald als einen riesigen botanischen oder zoologischen Garten, und sich von den Gegensätzen, die hier wie sonst nirgendwo aufeinandertreffen. gefangen nehmen lassen.

Gewässer

Die größten Seen Zentralasiens sind im Westen das Kaspische Meer (394300 km2) und der Aralsee, Reste eines gewaltigen Binnenseebeckens (heute nur noch etwa 18000 km2, s. S. 133), das sich vor einigen hundert Millionen Jahren gebildet hatte; im Nordosten der Balchasch-See (17300km2) und zwischen den Auslaufern des Tienschan der Issyk-Kul («Warmer See», 6200km2), dessen 80 Zuflüsse alle im Tienschan entspringen. Von den größeren Gebirgsseen sind der Sor-Kul und der Kara-Kul nicht nur wegen ihrer natürlichen Schönheit erwähnenswert, sondern vielmehr wegen ihrer Bedeutung als Fischlieferanten und Binnenwasserstraßen in einer Höhe von mehr als 3000 m. Insgesamt gibt es in Zentralasien mehr als 25 000 Seen, und nicht selten entstehen auch heute noch Binnengewässer natürliche (z. B. aufgrund von Erdbeben) oder auch künstlich aufgestaute (z.B. bei Nurek in Tadschikistan).

Wider Erwarten groß ist auch die Zahl der Flüsse in Zentralasien (mehr als 45 000). von denen im Süden die einst in den Aralsee mündenden Amu Darja (Oxus - 2540 km) und Syr Darja (Jaxertes - 2212 km) für das Wirtschaftsleben seit Jahrhunderten von besonderer Bedeutung sind. Gerade bei den verhältnismäßig geringen Niederschlagsmengen (in den meisten Gebieten fallt in den warmen Sommermonaten weniger als 100 mm Regen) ist nämlich die gesamte landwirtschaftliche Produktion von den Schneeschmelz- und Gletscherwassern des Tienschan und des Pamir abhängig. Der Amu Darja hat seine Quellen im westlichen Pamir, wo er als Pjandsch durch die Schluchten des Hindukusch fließt, sich mit dem Wachsch vereint und dann als Amu Darja, bald eingezwängt in ein enges Flussbett, bald weit verzweigt und schiffbar, seinen Weg zum Aralsee sucht. Immer wieder reißt der schnellfließende, von mitgeführten Sedimenten hellbraun gefärbte Strom die Ufer auf und bindet zusätzlich große  Mengen des lockeren Lößbodens. Er verlässt aber auch sein Flussbett, und wo gestern noch eine ausreichende Schifffahrtsrinne war, liegt morgen eine gefährliche Sandbank. Der Wachsch (der «Wilde»), der sich zwischen den steil aufragenden Bergketten des westlichen Pamir hindurchzwangt, ist heute, nachdem sein stellenweise nur 8 m breites Flussbett abgeriegelt und sein Wasser durch einen 300 m höhen Damm in der Pullis-sangin-Schlucht aufgestaut wurde, nicht nur eine wichtige Energiequelle (Nurek-Kraftwerk u.a.), sondern vor allem auch die Basis für ein weitverzweigtes Bewässerungssystem und als (reguließbarer) Wasserspender der wichtigste Zufluss des Amu Darja.

Wie die meisten Flüsse Zentralasiens fährt auch der Syr Darja fremdes Wasser, das ihm über zahlreiche Nebenflüsse (z. B. Naryn, Tschirtschik) zugeführt wird. Zu beiden Seiten des Stromes aber werden auch heute noch, wie schon im Mittelalter, als die gesamte bewässerte Flache eine Ausdehnung von 8-10 Mio. Hektar hatte, Kanale angelegt und Staudamme errichtet, um das Neuland ausreichend zu bewässern. Der zwischen Amu Darja und Syr Darja fließende Sarafschan («GoldFluss»). Früher ein Nebenfluss des Amu Darja, umschließt als Kara- und Ak Darja eine große  blühende Oase, um dann - ohne seine frühere Mündung zu erreichen - im Sumpfland von Buchara zu versickern.

Die künstliche Bewässerung des Bodens, eine für die Bevölkerung Zentralasiens schon vor Jahrtausenden lebensnotwendige, meist sehr aufwendige Aufgabe, stellt heute noch einen Schwerpunkt in der Entwicklung des Landes dar, obwohl  immer deutlicher wird. dass die über viele Jahrhunderte ausreichenden Wasservorräte den Forderungen einer aufstrebenden Industrienation nicht mehr genügen. Darüber hinaus erweisen sich viele Kanäle als «Sickergruben», da der größere Teil des Wassers, das für die Bewässerung vorgesehen ist, durch die nicht abgedichteten Kanal Wände und -boden im Sand versickert oder verdunstet.

Gebirge

Der Pamir im Südosten Tadschikistans ist das höchste Gebirgsmassiv von Zentralasien. Dort, auf dem Dach der Welt, wo sich noch vor 50 Mio. Jahren ein riesiger See befand, erheben sich heute gewaltige, mit ewigem Eis bedeckte Gipfel (Spitze der Samaniden 7495 m; Lenin-Spitze 7134m), zwischen denen sich breite Gletscherfelder ausdehnen, z. B. der etwa 1000 km2 große  Fedschenko-Gletscher, dessen Eis stellenweise bis zu 1000 m dick ist. Während in den 4000m hoch gelegenen Talern des östlichen Pamir Kirgisen leben, deren Vieh auch in den Wintermonaten auf den Berghangen ausreichend Futter findet, siedeln in den Bergen des westlichen Pamir vorwiegend Tadschiken.

Nördlich des Pamir erheben sich die gewaltigen Bergketten des Tienschan («Gottes Gebirge») und des Altai («Goldberg»), die sich von Osten nach Süden und Westen weit in das Landesinnere verzweigen: zu ihnen gehören das Karatau-Gebirge und Kirgis-Alatau westlich des Issyk-Kul-Sees; das Turkestan-, Sarafschan- und Hissar- Gebirge zwischen Taschkent und Duschanbe sowie das Kopet-Dagh Gebirge, das im Südwesten Zentralasiens eine natürliche Grenze zum Iran bildet.

Zwischen der Wüste im Westen und den ausgewaschenen, verwitterten Felsen, den Schneegipfeln des Tienschan (Spitze des Sieges 7349 m) breitet sich das eigentliche Steppengebiet, eine mit Gras und Halbsträuchern bewachsene Region, dem sich ein dichtes Gehölz von Fichten anschließt, die wegen ihres höhen und schlanken Wuchses wie Zypressen aussehen. Mehr als 2000 m hoch liegen die Syrten, die unbewohnten Hochgebirgsweiden des Tienschan. Jenseits des Waldgürtels aber breiten sich Almwiesen aus, die mit ansteigender Höhe (zwischen 3500 und 4000 m) mehr und mehr abnehmen, um den verharschten Geröllhalden Platz zu machen. Hier auf den steilen Berghangen suchen noch Gämsen und Gazellen ihr Futter, und Pamir-Schafe weiden in fast 5000 m höhen, weiten Tälern. Und während sich im Tienschan Schneeleoparden den extrem harten Lebensbedingungen des Hochgebirges angepasst haben, ist im Pamir das Jak, teils wild, teils gezähmt, zu Flause, das den Berg-Tadschiken nicht nur als nützliches Transportmittel dient, sondern auch als wichtiger Lieferant von Milch, Wolle, Fleisch und Leder.