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Kasachstan


Kasachstan ist die nördlichste Republik Zentralasiens und mit 2 717 000 km2 auch die größte (zum Vergleich: Westeuropa mit etwa 3,5 Mio. km2). Die Ost-West-Ausdehnung beträgt rund 3000 km, die Nord-Süd-Achse etwa 1600 km. Die Grenzen Kasachstans - Gesamtlange mehr als 15 000 km -stoßen im Norden und Nordwesten an Russland, im Süden an Turkmenistan, Usbekistan und Kirgistan und im Südosten an China.

Auf dem Weg aus den südlichen Gebieten der Hungersteppe in Richtung Norden zeigt sich bald deutlich, wie der typisch zentralasiatische Charakter mehr und mehr von dem sibirischen Landschaftsbild abgelöst wird. Und bevor die turksibirische Eisenbahn in die unendlichen Weiten Sibiriens einschwenkt, erreicht man im Dsungarischen Alatau den kontinentalsten Punkt der Erde, der mit 3000 km Luftlinie am weitesten von jeder Meeresküste entfernt liegt.

Gegliedert wird das Land in 14 Regionen und drei Städte: Almaty, Astana und Baikonur. Hauptstadt der Republik ist (seit 1994) in der Nachfolge von Almaty die Stadt Astana (bis 1992 Zelinograd, von 1994 bis 1998 Akmola), etwa 1200 Bahnkilometer nordwestlich von Almaty. Seit 1992 ist Kasachstan als Präsidialrepublik souverän. Staatsoberhaupt ist der Präsident, die Legislative repräsentiert das Parlament: Unterhaus (madschlis)  mit 67 Abgeordneten und Oberhaus (Senat) mit 43 Mitgliedern. Staatssprache ist Kasachisch. Die Bevölkerung umfasst ca. 15 Mio. Menschen aus über 120 Nationen: Kasachen (57 %), Russen (27 %), Ukrainer (knapp 3 %) sowie Deutsche (früher 2 %, die meisten inzwischen nach D ausgewandert), dazu Usbeken, Tataren, Uiguren, Türken, Weißrussen, Koreaner u. a.

Während der größte Teil des Landes als eben oder leicht hügelig angesehen werden kann, liegen etwa 10% des Territoriums im Bereich der Ausläufer des Tienschan, wo die Bergketten des Alatau 5000-6000 m hoch aufsteigen. Im Gegensatz zu den anderen Republiken verfügt Kasachstan über immense Wasservorrate: 2724 Gletscher sowie viele tausend Flüsse und Seen. Reich und vielfaltig sind Flora und Fauna Kasachstans; mehr als 6000 verschiedene Pflanzen sind hier heimisch, und in der Tierwelt zahlt man unter den Säugetieren über 170 Arten, nahezu 500 Vogelarten und 50 verschiedene Kriechtiere.

Ebenso wie für die anderen Republiken Zentralasiens gilt auch für Kasachstan, dass weite Gebiete. die früher unberührtes Land waren, heute das Fundament für eine aufstrebende Industrie oder - als Neuland urbar gemacht - für eine ertragreiche Landwirtschaft bilden. Jahrzehnte sind inzwischen vergangen, seit dieses Land unter den Pflug genommen wurde, und heute sind es schon mehrere Siedlungen und Städte, die - sukzessive bevölkert - den Kampf gegen die Erosion des Bodens, gegen wild wuchernden Pflanzenwuchs und schwere Staubstürme, vor allem aber gegen die Verursacher von schweren Umweltschaden aufgenommen und das neugewonnene Land unter Berücksichtigung der örtlich differierenden Gegebenheiten zu nutzen gelernt haben.

Im Gegensatz zur Landwirtschaft hat die Viehzucht in Kasachstan ihre eigene Tradition, denn bekanntlich trieben schon vor Jahrhunderten Nomaden ihre Herden (Schafe, Pferde, Kamele) durch die Steppen des Landes und legten auf der Suche nach günstigen Futterplatzen nicht selten fast 1000 km im Jahr zurück. Auch heute gibt es noch die große  Viehherden, die jedoch aufgrund der veränderten Umwelt- und Arbeitsbedingungen nicht von Nomaden, sondern von mehr oder weniger ortsgebundenen Hirten begleitet werden. Aber noch immer lautet die Begrüßungsformel nach Vaterart: »Wie geht es dem Vieh und deiner Familie?«

Weite Gebiete Kasachstans, die landwirtschaftlich nicht zu nutzen sind. bergen wertvolle Bodenschatze: Eisenerz, Kohle, Erdöl, Erdgas sowie reiche Vorrate an NE-Metallen. Man vermutet, dass schon in der Antike diese Schätze bekannt waren und dass Große  Mengen Kupfererz gefordert und als Kasachische Bronze in alle Länder der Welt verkauft wurden. Heute umfasst die Wirtschaft Kasachstans praktisch alle wichtigen Bereiche der Leicht- und Schwerindustrie sowie der Landwirtschaft. Die Zahl der Stadtgründungen nimmt immer noch zu, ein Vorgang, der primär auf die Erschließung neuer Energie- und Rohstoffquellen sowie auf die Errichtung Große r Industrieanlagen zurückzufuhren ist. Unter den GUS-Staaten wäre Kasachstan am ehesten in der Lage, sich aufgrund eigener Energie- und Rohstoffreserven zu einem interessanten Partner auf dem Weltmarkt zu entwickeln. Das Land steht vor der Aufgabe, seine Wirtschaft neu zu strukturieren, die Produktivität beachtenswert zu erhöhen, die Privatisierung zügig voranzutreiben und neue Märkte im Ausland zu erschließen.

Für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses stehen in Kasachstan fast 50 Universitäten und Hochschulen zur Verfügung, und im Bereich der Forschung und Entwicklung unterhalt die Akademie der Wissenschaften mehr als 200 Institute. Die größten wissenschaftlichen Zentren befinden sich in Almaty, Astana (Zelinograd, Akmola), Karaghandy, Oskemen und Schimkent. Und auf dem Gebiet der Weltraum-Forschung und - Technologie kooperiert die im Jahr 1992 gegründete nationale Raumfahrtbehörde mit vielen Staaten der Welt. Der weltweit größte Weltraumbahnhof befindet sich ebenfalls in Kasachstan - in Baikonur.

Kasachstan ist aber auch hinsichtlich seiner Geschichte und Entwicklung ein nicht uninteressantes Land, lassen doch verschiedene Funde den Schluss zu, dass auch der Norden Zentralasiens schon in der Steinzeit besiedelt war. Hier befand sich auch das erste große  Aufmarschgebiet der Mongolen Dschingis Khans, der nach dem Massaker von Otrar am Syr Darja im Jahr 1218 binnen weniger Jahre den verheerendsten Kriegszug in der Geschichte Zentralasiens führen sollte. Wie in Transoxanien entstanden auch jenseits des Syr Darja im Lauf der Jahrhunderte beachtenswerte, islamisch geprägte Bauwerke, die z.T. noch gut erhalten sind und Zeugnis ablegen von der große  und Bedeutung der einst hier in Kasachstan gegründeten Städte und ihrer hochentwickelten Kultur.

Um Kasachstan, ein Land, das etwa fünfmal so groß ist wie Frankreich, kennenzulernen, wird man sinnvollerweise im Voraus einige Schwerpunkte setzen müssen, zum Beispiel künstlerisch relevante. Zu empfehlen wäre, eine Reise nach Kasachstan mit dem Besuch einer zweiten (dritten) zentralasiatischen Republik zu verknüpfen. Damit würde sich beispielsweise folgende Route anbieten: Anreise nach Almaty - Weiterflug oder auch Fahrt nach Taras - Schimkent - Turkestan - Schimkent - Taschkent (Rückreise). Eine andere Möglichkeit wäre, den Süden Kasachstans (Almaty, Turkestan) und das angrenzende Kirgistan (Bischkek, Karakol) kennenzulernen. Je weiter man jedoch in den Norden Kasachstans (Semej, Karaghandy, Astana) reist, um so mehr verließt sich der typisch orientalische Charakter und man spürt die Nähe Russlands.