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Kirgistan


Kirgistan (oft auch Kirgisistan oder Kyrgyzstan) ist ein ausgesprochenes Gebirgsland, denn etwa 80 % des 198500 km2 große  Territoriums (etwa doppelt so groß wie Portugal) liegt höher als 1500m ü.M, fast die Hälfte über 3000m. Zu dieser Republik, in der etwa 5Mio. Menschen leben, gehört nahezu der gesamte Westteil des Tienschan (mit dem 7439m höhen Pik Pobedy, »Berg des Sieges«, kirgiesisch Dschengisch Tschokusu) und der nordwestliche Teil des Pamir-Alai-Systems. Die am dichtesten besiedelten Gebiete sind daher die Taler des Tschu und Talas sowie die Issyk-Kul-Senke (30-50 Ew. pro km2). Zahlenmüßig am stärksten vertreten sind in der Bevölkerung Kirgistans die Kirgisen selbst (66%), die erstmals 201 v. Chr. erwähnt werden, gefolgt von Russen (11 %), Usbeken (14 %), Deutschen, Tataren, Tadschiken; insgesamt 80 Nationalitäten.

Sehr vielfaltig sind Flora und Fauna Kirgistans. Über 4000 verschiedene Arten von Pflanzen sind hier zu Hause: Pistazien, Mandelbäume, Sanddorn, Schwarze Johannisbeere, Heckenrosen; und was die kirgisischen Nussbaumwälder (allein im Gebiet von Dschalalabad etwa 600 000 ha) betrifft, so dürften sie hinsichtlich ihrer große  und ihres Alters in der Welt einmalig sein. In den Bergen kann man Büren, Füchsen, Wölfen, Dachsen, Luchsen und vielen anderen Tierarten begegnen, die weitgehend unter Naturschutz stehen.

Entsprechend der geographischen Struktur liegt der Schwerpunkt der Landwirtschaft in der Viehhaltung (85 % der landwirtschaftlichen Nutzflüche sind Gras- und Weideland), wobei der Schafzucht eine besondere Bedeutung zukommt. Schon vor Jahrhunderten wanderten die Kirgisen mit ihren unzähligen Pferde- und Schafherden durch die Taler und über das Gebirge auf der Suche nach guten Weideplätzen. Bis heute stellen sie an ihren Rastplatzen ihre Jurten auf- die runden gitterförmigen, zusammenlegbaren Holzgestelle mit einem kuppelförmigen Oberteil, über die wasserabweisende Filzdecken gezogen werden. Links neben dem Eingang hängen Sattel- und Zaumzeug, rechts findet man Geschirr, Hausrat und natürlich Schläuche mit kumis, der vergorenen Stutenmilch. Nach wie vor sind die Jurten als Sommerbehausung sehr beliebt, während in den kalten Wintermonaten die Hirten und Bauern die ländlichen Siedlungen aufsuchen, von denen es in Kirgistan mehr als 5000 gibt, wo vorzugsweise Tabak, Baumwolle, Obst (Melonen!) und Gemüse angebaut werden.

Reich ist diese Republik an Bodenschützen Kohle, Erdgas, Erdöl, NE-Metalle. In der Industrieproduktion stehen wertmüßig die Nahrungs- und Genussmittelindustrie an erster Stelle, an zweiter Stelle die Textilindustrie und an dritter der Maschinenbau. Eine wesentliche Grundlage der Industrie bildet die Energiewirtschaft, wobei durch den Stau verschiedener Gebirgsflüsse nicht nur ein beachtliches Potential an elektrischer Energie erzeugt wird (z. B. Bau einer Kaskade von Wasserkraftwerken am Naryn), sondern «nebenbei» auch gewaltige Flüchen von bislang ungenutzten Halbwüsten ausreichend bewässert werden können. Mit einer Leistung von 1200 MW und einem Staubecken von 20 km3 Inhalt nimmt das Kraftwerk Toktogul eine Spitzenstellung ein.

Auf dem Weg zur  Marktwirtschaft bildet die Sicherung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit sowohl durch eine erhöhte Erzeugung von Agrarprodukten als auch durch eine Stabilisierung des Energiebedarfs eine unabdingbare Voraussetzung. Einen weiteren Angelpunkt in der auf die Zukunft ausgerichteten Arbeit bildet der Bereich Forschung und Lehre. Neben der Akademie der Wissenschaften mit 18 Forschungsinstituten gibt es neun Hochschulen und über 150 (höhere) Fachschulen sowie 2000 allgemeinbildende Schulen. Zur Durchführung seiner demokratischen und wirtschaftlichen Reformen erwartet und erhalt Kirgistan andererseits auch die Unterstützung mehrerer westlicher Staaten.

Ebenfalls durch Kirgistan  führte einst die Große  Seidenstraße, und auch hier haben Dschingis Khan und seine Nachfolger ihre Spuren hinterlassen. Immer wieder als Spielball zwischen rivalisierenden Staaten missbraucht, unterstellten sich die Kirgisen schließlich 1862 der Oberhöheit Russlands. Seit 1991 aber ist Kirgistan eine unabhängige Republik - eine Präsidialdemokratie-, die in sieben Gebiete und einen Hauptstadtbezirk gegliedert ist: Bischkek und der Norden mit dem Tschu-Tal, der Bereich um den Issyk-Kul-See, der Süden mit dem Gebiet um Osch und Dschalalabad, das Talas-Tal und Naryn im kirgisischen Pamir sowie im Westen die Region um Batken nördlich des Turkestan-Gebirges. Seit der Verfassungsänderung 2003 fungiert als Legislative ein Zwei-Kammer-Parlament. Staatssprache ist Kirgisisch.

Im Vergleich zur Nachbarrepublik Usbekistan gibt es in Kirgistan, das über Jahrhunderte vornehmlich von Nomaden bevölkert war, nur wenige architektonische Baudenkmäler. Hier ist das Denkmal die Poesie, die Erzählkunst, die schon von alters her einen hervorragenden Platz bei den Kirgisen einnimmt. Einmalig dürfte das große  Volksepos «Manas» sein, dessen tausendster «Geburtstag» im Jahr 1995 gefeiert wurde. In mehreren tausend Strophen besingt es die Geschichte des kirgisischen Volkes und verherrlicht »Heldenmut, Freiheitsliebe und Beharrlichkeit«, die zum Erreichen eines große  Ziels erforderlich sind.

Manas - wie aus Gold und Silber gegossen,

gebildet aus dem Gewölbe des Himmels und der Erde,

wie aus der Sonne und dem Mond geschaffen,

geboren von den Wellen des Meeres

unter der Sichel des Mondes ...

Auch heute gibt es in Kirgistan kaum ein Dorf oder eine Siedlung, die nicht eigene Sänger (akyn),  Musiker oder Tänzer haben, welche bewusst und mit Hingabe die von den Ahnen übernommene Kunst pflegen und bereichern.

Eine Reise nach Kirgistan ist insbesondere dann empfehlenswert, wenn das Erleben einer einzigartigen Gebirgswelt und einer unvergleichlichen Flora und Fauna im Vordergrund stehen soll. Hier befinden sich nicht nur einer der höchsten Berge (Pik Pobedy, 7439 m) sondern auch einer der höchstgelegenen (1600 m) und tiefsten (über 700 in) Gebirgsseen der Welt - der Issyk-Kul. Die Anreise nach Bischkek konnte mit dem Flugzeug oder mit der Bahn erfolgen. Mit Bus/PKW waren im Landesinneren zu erreichen: der Issyk-Kul (5-6 Stunden), die Stadt Osch (etwa 12 Stunden).