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Turkmenistan


Turkmenistan konnte die Sonnenrepublik Zentralasiens genannt werden, denn fast neun Zehntel des 488 100 km2 große  Territoriums, das von etwa 5,1 Mio. Menschen bewohnt wird, gehören zur große  Sandwuste Karakum. An Turkmenistan grenzen Kasachstan im Norden, der Amu Darja im Osten, das Kopet-Dagh-Gebirge im Süden und das Kaspische Meer im Westen. Ohne den Zug verlassen zu müssen, kann ein Reisender von Westeuropa über Baku – mit der Fahre über das Meer - nach Turkmenbaschi (Krasnowodsk) und weiter über Aschgabat und Mary bis nach Turkmenabat am Amu Darja an die Grenze zu Usbekistan fahren. Der tiefste Punkt (81 m ü. M.) der Republik Turkmenistan liegt in der Aktschakaja-Senke, der höchste Berg ist der große  Balchan (1880 m); Kuschka, die Stadt an der afghanischen Grenze, ist der südlichste Punkt des Landes.

Wie grüne Punkte erscheinen die blühenden Oasen, die an den Flüssen Amu Darja, Murgab, Tedschen und im Bereich von Aschgabat sowie seit einigen Jahren vermehrt auch entlang des Karakum-Kanals entstanden sind. Diese bereits über 1400 km lange, seit 1954 künstlich angelegte Wasserstraße darf sicher als eine außergewöhnliche Pionierleistung angesehen werden, durchquert doch der am Amu Darja beginnende Kanal praktisch den ganzen Südteil der Karakum, verzweigt sich in unzählige, mit gewaltigen Pumpenstationen ausgerüstete Nebenarme, durchbricht Wanderdünen von 20 m Höhe und ergießt sich in riesige Stauseen. Endziel des Kanals ist Turkmenbaschi am Kaspischen Meer. Erst die Bewässerung der weiten Wüstenzonen, in denen nur spärlich weißer und schwarzer Saxaul, Tamarisken und Salzkraut wachsen, schufen die Voraussetzung für einen lohnenden Anbau von Baumwolle. Dass sich Graskarpfen gleichsam als wahre «Rasenmäher» des Kanals bewahrt haben, sei nur am Rande vermerkt. Trotz aller für Turkmenistan sicher positiven Ergebnisse darf jedoch nicht vergessen werden, dass ein Grund für die dramatische Austrocknung des Aralsees auch in der ständig zunehmenden Wasserentnahme aus dem Amu Darja und seinen Nebenflüssen zu sehen ist.

Neben der Baumwolle ist die Viehzucht der bedeutendste Zweig der turkmenischen Landwirtschaft. Hier steht die Gewinnung der wertvollen Karakul-Felle an erster Stelle, die i.a. unter dem Namen Astrachan oder Persianer bekannt sind. Gute Erträge bringen vor allem die großwolligen Schafe, insbesondere die Pelze der Araber (schwarze), Kamba (braune), Schirsai (silbrige) und Sur (goldfarbene). Daneben gehören Fettschwanzschafe, Ziegen, Rinder, Pferde und Kamele zum Reichtum der auch heute noch nomadisierenden Viehzüchter, die irgendwo in der Karakum ein bescheidenes und von alten Traditionen geprägtes Leben führen. Nur dort nämlich, wo sie wie ihre Vorfahren mit Ledereimern aus einem der 20 000 Brunnen Wasser schöpfen können, machen sie halt und bauen ihre mit bunten Teppichen geschmückten Jurten auf. Aus dem an die Jurte gebundenen Nomadendasein entwickelte sich aber auch eine Kunst - heute eine beeindruckende Industrie -, für die Turkmenistan in der ganzen Welt berühmt werden sollte: das Teppichknüpfen.

Trotz seiner unendlichen Wüstenflächen gehört Turkmenistan auch zu den subtropischen Ländern, wachsen doch in den Schluchten des Kopet-Dagh Granatapfel, Mandeln, Oliven und Feigen, und sogar Dattelpalmen, eingeführt aus Arabien, beginnen sich hier zu akklimatisieren. - An Bodenschätzen gibt es vornehmlich Erdöl und Erdgas - Basis für die mehr und mehr expandierende Industrie des Landes. So verdanken auch elf der 15 turkmenischen Städte ihre Existenz gerade der fortschreitenden Industrialisierung. Turkmenistan arbeitet, ebenso wie seine Nachbarn, an einer stabilen Zukunft und betrachtet die Entwicklung der Wirtschaft - auch in Kooperation mit ausländischen Unternehmen als das derzeit wichtigste Problem. Aufgrund seiner immensen Vorräte an Öl und Gas erwartet Turkmenistan schon für die nahe Zukunft ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum. Nicht weniger wichtig ist deshalb aber auch der Bau neuer, hinreichend sicherer Öl- und Gaspipelines.

Mit Annahme einer neuen Verfassung im Mai 1992 wurde Turkmenistan eine unabhängige Republik, eine Präsidialrepublik mit einem Parlament (halk medschlisi) und einem unter dem Vorsitz des Präsidenten stehenden Ministerkabinett. Das höchste Gremium ist jedoch der Volksrat (halk maslahati),  dem Mitglieder der Exekutive und Legislative angehören. Gegliedert ist Turkmenistan in fünf Verwaltungsbezirke (wilajete): Achal (Gebietshauptstadt Aschgabat); Balkan (Balkanabat); Daschhawus (Daschhawus); Lebar (Turkmenabat); Mary (Mary).

Auch hier in Turkmenistan, dem »Land der tausend Städte«. Wie V. M. Masson das antike Zentralasien nennt, finden sich noch viele Spuren, die an die Blütezeit der große  Seidenstraße erinnern, als Merw einer der wichtigsten Warenumschlagplätze in Zentralasien war. Von Baktra, dem heutigen Balch. in Afghanistan kommend, teilte sich hier die Südroute der Seidenstraße und  führte über Samarkand und Ferghana nach Kaschgar bzw. über Hamadan und Palmyra zur östlichen Mittelmeerküste.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Turkmenistan verteilen sich über drei Zentren, die in der Regel jeweils eine Reise für sich darstellen: Aschgabat mit Nisa und Anau, Merw und im Norden Kohne Urgentsch. Während Merw und das Wüstenreservat Repetek auf dem Wege Aschgabat - Buchara Samarkand -Taschkent liegen, ist Kohne Urgentsch am einfachsten von Daschhawus aus zu erreichen.