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Uzbekistan


Usbekistan, das Land des «Weißen Goldes» (der Baumwolle), ist mit 447400 km2 größer als Japan oder Italien und zählt - bei einer Geburtenrate von 26 %o- etwa 28 Mio. Einwohner, die sich aus mehr als hundert Nationen und Völkerschaften zusammensetzen: Usbeken, Tadschiken, Russen, Kasachen, Tataren. Karakalpaken, Kirgisen, Koreaner, Deutsche u.a. Wesentlich beeinflusst wurde die Entwicklung Usbekistans durch das ständige bald Mit, bald Gegeneinander der einheimischen europiden Tadschiken und der zugewanderten mongoliden Usbeken. Beide hatten ihre eigene Sprache und Wirtschaftsstruktur: die Sesshaften den Ackerbau und die Nomaden die Viehzucht. Trotz dieser gravierenden Unterschiede näherten sich diese Völkergruppen in ihrer Kultur, in ihren Sitten und Gebrauchen im Lauf der Jahrhunderte mehr und mehr an und bildeten mit noch anderen turkstämmigen Gruppen über viele Jahrhunderte eine große  Völkerfamilie.

Zur Republik Usbekistan, die im Nordwesten an den Aralsee grenzt, im Osten an das Tienschan-Gebirge und im Süden an Afghanistan, gehören zwölf Provinzen - Andischan, Buchara, Choresm, Dschisak, Ferghana, Kaschka Darja, Namangan, Nawai, Samarkand, Surchan Darja, Syr Darja, Taschkent sowie die autonome Karakalpakische Republik - mit insgesamt 118 Städten. Das Verhältnis Stadt- und Landbevölkerung beträgt etwa 2:3. Als traditionelles Agrarland mit einer Verhältnismäßig geringen industriellen Infrastruktur ist Usbekistan sehr ungleichmüßig besiedelt. Während in den Oasen und Flusstälern hundert und mehr Menschen pro Quadratkilometer wohnen, gibt es in den Gebirgen und in der Hungersteppe vielfach nur schwach besiedelte Gebiete. Die weiten Wüstenregionen jedoch (70% des Landes) sind praktisch unbewohnt.

Etwa ein Drittel der Erwerbstätigen arbeitet heute noch in der Landwirtschaft (Deutschland: 2%). Wichtigstes Anbauprodukt ist Baumwolle (etwa 80% der landwirtschaftlichen Nutzfläche). Mit etwa 3,5 Mio. Tonnen pro Jahr ist Usbekistan der viertgrößte Baumwollproduzent der Welt. In der Herstellung von Rohseide (10 000 t) steht Usbekistan in der Welt an vierter Stelle. Außerdem werden Weizen, Reis, Gambohanf, Jute sowie Obst - bei Zuckermelonen sind mehr als tausend Sorten bekannt - und Gemüse angebaut. Durch intensive Bewässerung wird versucht, die einst so berüchtigte Hungersteppe (etwa 8000 km2) sukzessive in fruchtbares Acker- und Weideland umzuwandeln, obwohl die Entsalzung des Bodens ein nicht zu unterschätzendes Problem darstellt. Die große  Flächen mageren Weidelandes werden durch eine Intensivierung der Schafhaltung optimal genutzt, sodass Persianer und Breitschwanzfelle (Karakul-Felle in Dunkelbronze, Rötlichgolden, Bernsteingelb) ebenfalls zu den wichtigsten Exportgütern gehören.

Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufschwung, den Usbekistan während der letzten Jahre erfahren hat, war die Elektrifizierung des ganzen Landes, die unter Einsatz von Warme- und Wasserkraftwerken vollzogen wurde. Der materielle Reichtum Usbekistans liegt jedoch unter der Erde in mehr als 2700 nachgewiesenen Lagerstätten: gewaltige Erdgasvorkommen und Bodenschatze, die mehr und mehr erschlossen werden - z. B. Erdöl, Erdgas. Kohle, Buntmetalle, Antimon, Molybdän, Natursteine, Edel- und Halbedelsteine und im Bergmassiv des Muruntau riesige Vorrate an Gold. Dieser Reichtum ermöglichte die Schaffung neuer Arbeitsplatze in mehr als hundert Wirtschaftszweigen und über 1800 Großbetrieben. Auf seinem Weg zur Marktwirtschaft bemüht sich Usbekistan nachdrücklich aber auch um die Entwicklung und den Ausbau von Gemeinschaftsunternehmen mit ausländischer Beteiligung. z. B. bei Automobilproduktion (Us-Daewoo), Konsumgüterindustrien, Dienstleistungen.

Das noch um 1900 weit verbreitete (88 %) Analphabetentum wurde durch ein gewaltiges Bildungsangebot - heute gibt es hier allein fast 10000 allgemeinbildende Schulen - überwunden. An den über 60 Hochschulen (Bachelor, Master) des Landes sind rund 300000 Studierende (Frauen ca. 35 %) immatrikuliert, und in über 200 Instituten arbeiten Wissenschaftler - in zunehmenden Maße in Kooperation mit dem Ausland. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass mehr als 60 % der Bevölkerung jünger sind als 25 Jahre, spielt eine fundierte, zukunftsorientierte Aus- und Weiterbildung gerade der jungen Generation für die Entwicklung Usbekistans eine ganz entscheidende Rolle.

Seit 1992 ist Usbekistan als Präsidialrepublik souverän. Staatsoberhaupt ist der Präsident (Direktwahl alle sieben Jahre); die Legislative repräsentiert das Parlament (o l i j  m a d s c h l i s)  -  seit dem 26. Dezember 2004 ein Zwei-Kammerparlament: Unterhaus (120 Abgeordnete) und Oberhaus (100 Senatoren). Amtssprache ist Usbekisch. Die Umstellung vom kyrillischen Alphabet auf das lateinische ist weitgehend abgeschlossen.

Seit Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 gewinnt auch in Usbekistan der Islam wieder mehr und mehr an Bedeutung. Die religiösen Stätten, die über viele Jahre entweder als Museen gepflegt oder anderweitig genutzt wurden bzw. dem Verfall preisgegeben waren, stehen heute weitgehend wieder gläubigen Muslimen offen. Während es noch 1989 in ganz Zentralasien nur 160 Moscheen und eine einzige Medrese gab, waren es 1991 bereits 5000 Moscheen und neun Medresen, und jährlich nimmt ihre Zahl beachtenswert zu.

Heute ist Usbekistan ein Land an der Schwelle zur Zukunft, ein Land von anscheinend unbegrenzten Möglichkeiten. Es ist aber auch ein Land, wo - trotz zunehmender Industrialisierung und ständig anwachsendem Straßenverkehr auf den Routen der große  Seidenstraße - turbangeschmückte Greise auf kleinen Eseln dahinreiten oder in der t s c h a i – c h a n e  beschaulich ihren Tee schlürfen, ein Land, in dem überlieferte Traditionen einen höhen Stellenwert haben und wo das über Jahrhunderte gewachsene Kunstschaffen gewürdigt und gefördert wird.

Um die bedeutendsten Zentren an der große  Seidenstraße kennenzulernen, wäre eine in Taschkent beginnende Rundreise, die durch Abstecher oder Ausflüge in die jeweilige Umgebung noch erweitert werden konnte, besonders zu empfehlen: Taschkent (Flug) - Urgentsch (Bus/Auto) - Chiwa - Buchara - Samarkand - Taschkent. Eine ebenfalls interessante Variante wäre - wieder von Taschkent ausgehend - der Besuch von Buchara und Samarkand sowie eine Fahrt durch das Ferghana-Tal. Im Rahmen einer Zwei-Länder-Reise -Turkmenistan und Usbekistan bietet sich eine Fahrt entlang der tatsächlichen Ost-West-Trasse der große  Seidenstraße an: Aschgabat - Merw - Turkmenabat - Buchara - Samarkand - Taschkent.